Historie

Der Wasserzweckverband im Landkreis Birkenfeld wurde am 19. Januar 1989 von den Verbandsgemeinden Baumholder, Birkenfeld, Herrstein und Rhaunen gegründet. Anlass für diesen Zusammenschluss bildete die Übernahme eines großen Quellbereiches im Hochwald/Idarwald. Diese Quellen dienten ursprünglich der Wasserversorgung der amerikanischen Streitkräfte auf dem Flughafen Hahn im Hunsrück. Die Wasserrechte über für die Quellbereiche in einer Summe von 1 Million Kubikmetern waren frei und wurden von dem Wasserzweckverband übernommen. Im Rahmen dieser Übernahme wurden als Hauptinvestitionen die Aufbereitungsanlage Wirschweiler/Langweiler, die Pumpstation Bärenschleife in der Nähe der Ortsgemeinde Kirschweiler sowie der Hochbehälter Silberich oberhalb des Golfplatzes bei Kirschweiler errichtet. Das erforderliche Leitungsnetz wurde hergestellt und ab Mitte der 90er Jahre floss das Wasser über den Hochbehälter Silberich im freien Gefälle bis in die Verbandsgemeinden Birkenfeld und anschließend Baumholder.

Die Stadt Idar-Oberstein hatte in den 60er Jahren in einem Seitental zum Idarbach die Steinbachtalsperre als Trinkwasserspeicher errichtet. Das Trinkwasser wurde direkt am Staudamm in einer Filterhalle aufbereitet. Das hier aufbereitete Trinkwasser stellte die Versorgungssicherheit für die Stadt Idar-Oberstein sowie auch vorwiegend die Verbandsgemeinde Baumholder dar. Die Verbandsgemeinde Baumholder war veranlasst gewesen, eigene Quellen im Bereich des Truppenübungsplatzes aufzugeben und erhielt hierfür Ausgleich aus der Steinbachtalsperre.

Im Rahmen verschiedener Maßnahmen erfolgte in den Jahren eine stetige Verknüpfung der einzelnen Leitungsnetze zwischen der Stadt Idar-Oberstein, den Verbandsgemeinde sowie dem Wasserzweckverband. So avancierte die Pumpstation Bärenschleife zu der entscheidenden Wasserversorgungsanlage neben der Steinbachtalsperre im Kreisgebiet. Über diese Pumpstation kann mittlerweile neben dem Wasser aus dem Hochwald/Idarwald auch das Wasser aus der Steinbachtalsperre auf die Höhen gepumpt werden und so die Versorgungssicherheit herstellen. So ist es auch möglich, die Stadt Idar-Oberstein über Seitenäste und Hochbehälter unter Umgehung der in den 60er Jahren herstellten Transportleitung DN 600 durch das Stadtgebiet voll zu versorgen.

Nach einem Betrieb von über 40 Jahren bedarf die Steinbachtalsperre einer Sanierung. Diese Maßnahme kann nicht im laufenden Betrieb umgesetzt werden, was bedeutet, dass im Kreisgebiet eine Trinkwassermenge von 2,5 Millionen Kubikmeter fehlt. Eine Kompensation über die bestehenden Quellgebiete und Tiefbrunnen ist nicht möglich. Als einzige umsetzbare Möglichkeit wurde die Herstellung einer Rohwasserverbindungsleitung von der Primstalsperre im Saarland zur Steinbachtalsperre gefunden. Es wurden Wasserrechte über 3,5 Millionen Kubikmeter Wasser an der Primstalsperre erworben. Um das Projekt der Herstellung einer Rohwasserverbindungsleitung zwischen den beiden Talsperren über eine Länge von 32 km gemeinsam umzusetzen, war die Weiterentwicklung des Wasserzweckverbandes zu einem Gewinnungsverband erforderlich.

Mit der Unterzeichnung der neuen Verbandsordnung am 01. Oktober 2010 übernahm der Verband die Zuständigkeit über den gesamten Gewinnungsbereich im Verbandsgebiet, das heißt die Verbandsgemeinden Baumholder, Birkenfeld und Herrstein sowie die Stadt Idar-Oberstein. Die Verbandsgemeinde Rhaunen war zu dem Datum ausgeschieden. Den Zuständigkeitsbereich des Verbandes bilden damit alle Quellen, Quellbereiche, Tiefbrunnen und insbesondere die Steinbachtalsperre sowie das überörtliche Leitungsnetz mit den Hochbehältern und Druckanlagen.

Die Maßnahme der Herstellung der Rohwasserverbindungsleitung wurde erfolgreich konzipiert und geplant. Am 23. März 2014 erfolgte die Genehmigung des Projektes, der Spatenstich fand am 28. März 2014 an der Steinbachtalsperre statt. Nach den ersten Ausschreibungen wurde im Juli 2014 mit den ersten Rohrverlegearbeiten begonnen.

Wasserzweckverband im Landkreis Birkenfeld